Wie Sprache die Gesellschaft prägt
Pascal Gygax untersucht, wie Sprache unsere Wahrnehmung der Welt beeinflusst. Insbesondere interessiert ihn der Zusammenhang von Sprache und geschlechtsspezifischen Vorurteilen. So konnte er dank Experimenten aufzeigen, dass aufgrund der Funktionsweise unseres Gehirns ein Wort in der männlichen Form als rein «männlich» interpretiert wird. Dies gilt auch dann, wenn gemäss den Regeln der Standardsprache Frauen oder non-binäre Personen theoretisch inkludiert sein sollten. Dies hat weitreichende gesellschaftliche Folgen, zum Beispiel bei der Berufswahl von jungen Mädchen, die sich durch eine männliche Berufsbezeichnung weniger angesprochen fühlen. Als Co-Autor des Werks «Le cerveau pense-t-il au masculin? Cerveau, langage et représentations sexistes» («Denkt das Gehirn männlich? Gehirn, Sprache und sexistische Darstellungen») plädiert er für eine «Demaskulinisierung der Sprache» ‒ und einer inklusiveren Gesellschaft.
